Wenn auf der Kopfhaut, im Bereich der Augenbrauen, an den Nasenflügeln, hinter den Ohren oder an anderen Gesichtspartien gelbliche, fettige Schuppen, Rötung und Juckreiz auftreten, ist eine der wahrscheinlichsten Ursachen ein seborrhoisches Ekzem, auch bekannt als seborrhoische Dermatitis.

Die Erkrankung zeigt sich meist durch rötliche Flecken oder Plaques, die mit gelben, weißen oder gräulichen fettigen Schuppen bedeckt sind. Am häufigsten betroffen sind Hautbereiche mit vielen Talgdrüsen: Kopfhaut, Gesicht, Bereich hinter den Ohren, Brust und oberer Rücken.

Das seborrhoische Ekzem gehört zu den chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Es ist nicht ansteckend und wird nicht auf andere Menschen übertragen. Die Beschwerden können sich zeitweise verstärken und wieder abschwächen, besonders unter Einfluss von Stress, saisonalen Faktoren und individueller Hautpflege.

Was tun bei Verdacht auf ein seborrhoisches Ekzem

Bei anhaltender Schuppung der Kopfhaut, Gesichtsrötung oder fettigen Schuppen sollte ein Dermatologe aufgesucht werden. Trotz typischer Anzeichen kann seborrhoische Dermatitis mit Psoriasis, Pilzinfektionen und anderen Hauterkrankungen verwechselt werden.

Bis zur ärztlichen Untersuchung wird empfohlen:

  • milde Reinigungsprodukte für die Haut zu verwenden
  • aggressives Peeling zu vermeiden
  • Schuppen nicht mechanisch zu entfernen
  • keine Medikamente ohne gesicherte Diagnose anzuwenden
  • mögliche Faktoren zu beachten, die die Symptome verstärken

Besonders wichtig ist eine ärztliche Abklärung, wenn sich die Hautveränderungen schnell ausbreiten, schmerzhafte Risse entstehen oder häusliche Pflege keine Besserung bringt.

Selbstbehandlung kann die Beschwerden vorübergehend lindern, ermöglicht jedoch nicht immer eine langfristige Kontrolle der Erkrankung.

Wie sieht ein seborrhoisches Ekzem aus?

Das seborrhoische Ekzem hat ein recht charakteristisches Erscheinungsbild.

Typische Merkmale:

  • gelbe oder weißliche fettige Schuppen
  • Hautrötung
  • schuppende Hautbereiche
  • Plaques mit unscharfen Grenzen
  • Krusten
  • manchmal Risse in Hautfalten

Häufige Lokalisationen:

  • Kopfhaut
  • Haaransatz
  • Augenbrauen
  • Bereich zwischen den Augenbrauen
  • Nasenflügel
  • hinter den Ohren
  • äußerer Gehörgang
  • Bart- und Schnurrbartbereich
  • Brust
  • oberer Rücken

Auf der Kopfhaut wird die Erkrankung häufig als gewöhnliche Schuppenbildung wahrgenommen. Beim seborrhoischen Ekzem ist die Schuppung jedoch meist stärker ausgeprägt und wird von einer Entzündung der Haut begleitet.

Weiter unten im Artikel können Sie reale Fotos ansehen, um das Erscheinungsbild der Erkrankung besser zu verstehen.

Hauptsymptome

Eines der häufigsten Symptome ist Juckreiz unterschiedlicher Intensität.

Typische Merkmale des Juckreizes:

  • kann dauerhaft bestehen
  • verstärkt sich häufig während eines Schubs
  • kann nach Schwitzen stärker werden
  • nimmt manchmal nach Kontakt mit heißem Wasser zu
  • kann von Brennen oder einem Gefühl der Hautreizung begleitet sein

Weitere Symptome:

  • fettige gelbliche Schuppen
  • Rötung
  • Schuppung
  • Spannungsgefühl der Haut
  • erhöhte Hautempfindlichkeit
  • Krustenbildung
  • Reizung der Kopfhaut

Bei manchen Menschen beschränken sich die Symptome auf Schuppen, bei anderen sind mehrere Körperbereiche gleichzeitig betroffen.

Ursachen der Erkrankung

Das seborrhoische Ekzem entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Eine zentrale Rolle spielen:

  • Besonderheiten der Talgdrüsenfunktion
  • Reaktion des Immunsystems
  • hefeartige Pilze der Gattung Malassezia, die zur normalen Hautflora gehören
  • genetische Veranlagung

Faktoren, die einen Schub auslösen können:

  • Stress
  • chronische Übermüdung
  • Schlafmangel
  • kalte Jahreszeit
  • trockene Luft
  • bestimmte neurologische Erkrankungen
  • geschwächte Immunabwehr
  • ungeeignete Hautpflegeprodukte

Viele Betroffene berichten über eine Verschlechterung im Winter und während emotionaler Belastung.

Wie entwickelt sich die Erkrankung?

Auf der menschlichen Haut leben natürlicherweise Mikroorganismen, darunter Pilze der Gattung Malassezia. Bei manchen Menschen reagiert das Immunsystem stärker auf diese Mikroorganismen.

Dadurch entwickelt sich eine Hautentzündung, die Erneuerung der Epidermiszellen beschleunigt sich und es bilden sich vermehrt Schuppen. Gleichzeitig wird die Hautbarriere gestört, was zu Rötung, Juckreiz und Schuppung führt.

Die Erkrankung verläuft chronisch. Das bedeutet, dass Phasen der Besserung von neuen Schüben abgelöst werden können.

Womit kann ein seborrhoisches Ekzem verwechselt werden?

Die seborrhoische Dermatitis gehört zu den Erkrankungen, die äußerlich häufig anderen Hautkrankheiten ähneln.

Psoriasis

Psoriasis der Kopfhaut kann sehr ähnlich aussehen. Bei Psoriasis entstehen jedoch meist festere Plaques mit silbrig-weißen Schuppen und schärferen Grenzen.

Pilzinfektionen der Haut (Mykosen)

Einige Pilzerkrankungen im Gesicht und auf der Kopfhaut verursachen Schuppung, Rötung und Juckreiz, die einem seborrhoischen Ekzem ähneln können.

Ringelflechte

Eine Pilzinfektion der Kopfhaut kann mit Schuppung, Entzündung und Haarausfall einhergehen.

Atopische Dermatitis

Besonders bei Kindern können die Symptome der atopischen Dermatitis einem seborrhoischen Ekzem ähneln.

Kontaktdermatitis

Eine allergische Reaktion auf Kosmetika, Shampoos oder Pflegeprodukte kann ähnliche Beschwerden verursachen.

Krätze

Obwohl klassische Krätze meist anders lokalisiert ist, führen juckende Hautausschläge manchmal zu einer falschen Selbstdiagnose.

Deshalb ist bei langanhaltender Schuppung der Kopfhaut oder des Gesichts eine professionelle Diagnostik empfehlenswert.

Formen und Varianten

Seborrhoisches Ekzem der Kopfhaut

Die häufigste Form. Sie äußert sich durch Schuppen, Juckreiz und Entzündung der Kopfhaut.

Seborrhoisches Ekzem im Gesicht

Betrifft häufig Augenbrauen, Nasolabialfalten und Nasenflügel.

Seborrhoisches Ekzem hinter den Ohren

Kann mit Rissen und Schmerzen einhergehen.

Seborrhoisches Ekzem am Rumpf

Tritt an der Brust, zwischen den Schulterblättern und in anderen seborrhoischen Arealen auf.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Eine dermatologische Untersuchung ist erforderlich, wenn:

  • die Schuppung deutlich zunimmt
  • der Juckreiz stärker wird
  • schmerzhafte Risse entstehen
  • das Gesicht betroffen ist
  • Haare ausfallen
  • die Symptome über längere Zeit bestehen bleiben
  • gewöhnliche Anti-Schuppen-Mittel nicht helfen
  • sich die Hautveränderungen auf neue Bereiche ausbreiten

Eine frühe Diagnose hilft, andere Erkrankungen auszuschließen und einen wirksamen Behandlungsplan zu wählen.

Behandlung

Die Behandlung des seborrhoischen Ekzems zielt darauf ab, Entzündung zu reduzieren, Schuppung zu kontrollieren und das Hautgefühl zu verbessern.

Der Arzt kann empfehlen:

  • spezielle Pflegeprodukte für die Kopfhaut
  • medizinische Shampoos
  • lokale entzündungshemmende Medikamente
  • Mittel zur Reduktion der Malassezia-Aktivität
  • regelmäßige Hautbefeuchtung
  • Vermeidung individueller Auslöser

Bei chronischem Verlauf ist unterstützende Pflege auch während beschwerdefreier Phasen wichtig.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Behandlung individuell ausgewählt wird. Dieselben Mittel können bei verschiedenen Patienten unterschiedlich wirken.

Fragen und Antworten

Ist ein seborrhoisches Ekzem ansteckend?

Nein. Die Erkrankung wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen und entsteht nicht durch eine Ansteckung.

Warum entstehen viele Schuppen?

Schuppen sind eine der häufigsten Erscheinungsformen des seborrhoischen Ekzems und hängen mit der beschleunigten Erneuerung der Hautzellen auf der Kopfhaut zusammen.

Kann man ein seborrhoisches Ekzem vollständig heilen?

Die Erkrankung gehört zu den chronischen Zuständen. Bei den meisten Menschen lassen sich die Symptome jedoch durch richtige Behandlung und Pflege gut kontrollieren.

Warum entstehen gelbe fettige Schuppen auf der Kopfhaut?

Eine der häufigsten Ursachen ist ein seborrhoisches Ekzem. Ähnliche Symptome können jedoch auch bei anderen Hauterkrankungen auftreten.

Kann seborrhoische Dermatitis im Gesicht auftreten?

Ja. Häufig betroffen sind Augenbrauen, Nasenflügel, Nasolabialfalten und der Bereich hinter den Ohren.

Verschlimmert Stress das seborrhoische Ekzem?

Ja. Stress gilt als einer der häufigsten Faktoren, die Schübe auslösen können.

Kann seborrhoisches Ekzem Haarausfall verursachen?

Eine ausgeprägte Entzündung der Kopfhaut kann den Haarausfall vorübergehend verstärken. Dauerhafter Haarverlust ist jedoch selten.

Worin unterscheidet sich seborrhoisches Ekzem von gewöhnlichen Schuppen?

Schuppen gelten als milde Form der seborrhoischen Dermatitis. Bei stärkerer Ausprägung treten zusätzlich Rötung, Juckreiz und Hautentzündung auf.

Medizinische Literatur und maßgebliche Quellen

  • American Academy of Dermatology (AAD)
  • European Academy of Dermatology and Venereology (EADV)
  • National Eczema Association (NEA)
  • British Association of Dermatologists (BAD)
  • Fitzpatrick’s Dermatology, 9. Auflage
  • Andrews’ Diseases of the Skin: Clinical Dermatology
  • National Health Service (NHS)
  • UpToDate: Seborrhoische Dermatitis bei Jugendlichen und Erwachsenen

Fotos des seborrhoischen Ekzems: