Das asteatotische Ekzem ist eine Form des Ekzems, die durch ausgeprägte Hauttrockenheit entsteht. Typischerweise zeigt es sich als Netzwerk oberflächlicher Risse auf trockener, geröteter Haut. Viele Betroffene vergleichen diese Veränderungen mit „ausgetrockneter Erde“, „rissigem Porzellan“ oder einem „Mosaik aus Rissen“. Am häufigsten sind die Unterschenkel betroffen, insbesondere bei älteren Menschen während der kalten Jahreszeit.

Der Juckreiz beim asteatotischen Ekzem kann dauerhaft oder zeitweise auftreten. Häufig verstärkt er sich abends, nach heißen Duschen, längerem Wasserkontakt oder in Räumen mit trockener Luft. Aufgrund der ausgeprägten Hauttrockenheit treten außerdem Spannungsgefühle, Brennen und Schmerzen im Bereich der Hautrisse auf.

Die Erkrankung ist nicht ansteckend und wird nicht auf andere Menschen übertragen. Sie wird häufig auch als „Winterekzem“ oder „Winterjuckreiz“ bezeichnet, da die Beschwerden oft im Herbst und Winter auftreten oder sich verschlimmern. In den meisten Fällen lässt sich der Zustand durch eine geeignete Hautpflege und das Vermeiden auslösender Faktoren gut kontrollieren.

Was tun bei Verdacht auf ein asteatotisches Ekzem

Wenn die Haut sehr trocken wird und Risse, Schuppung oder Juckreiz auftreten, sollte ein Dermatologe aufgesucht werden. Besonders wichtig ist eine Untersuchung, wenn die Beschwerden über längere Zeit bestehen bleiben oder sich allmählich verschlimmern.

Bis zum Arzttermin sollte man möglichst auf heiße Bäder, aggressive Reinigungsmittel und starkes Abrubbeln der Haut mit dem Handtuch verzichten. Diese Faktoren können die Hautbarriere zusätzlich schädigen und die Entzündung verstärken.

Die Symptome sollten nicht ignoriert werden, und eine Selbstdiagnose anhand von Fotos im Internet ist nicht empfehlenswert. Manche Hauterkrankungen sehen sehr ähnlich aus, erfordern jedoch völlig unterschiedliche Behandlungsansätze.

Eine frühzeitige Diagnose hilft, die Beschwerden schneller zu lindern und die Entstehung tiefer, schmerzhafter Hautrisse zu verhindern.

Wie das asteatotische Ekzem aussieht

Das charakteristischste Merkmal des asteatotischen Ekzems ist eine ausgeprägte Hauttrockenheit mit zahlreichen oberflächlichen Rissen.

Typische Hautveränderungen:

  • trockene, raue Haut
  • kleine rötliche oder rosafarbene Risse
  • Muster ähnlich ausgetrockneter Erde oder altem Porzellan
  • leichte bis mäßige Rötung
  • unterschiedlich stark ausgeprägte Schuppung
  • feine Schuppen zwischen den Rissen

Am häufigsten entwickelt sich die Erkrankung an den Vorderseiten der Unterschenkel. Veränderungen können jedoch auch an Oberschenkeln, Unterarmen, Händen und am Rumpf auftreten.

Mit fortschreitender Erkrankung nimmt die Trockenheit zu, die Zahl der Risse steigt, und Juckreiz sowie Beschwerden werden stärker.

Im weiteren Verlauf des Artikels können Sie reale Fotos ansehen, um das Erscheinungsbild der Erkrankung besser zu verstehen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Ausprägung der Symptome stark variieren kann. Manche Menschen haben lediglich trockene Haut mit leichter Schuppung, während andere zahlreiche tiefe Hautrisse und deutliche Entzündungen entwickeln.

Hauptsymptome

Das wichtigste Symptom des asteatotischen Ekzems ist trockene Haut.

Häufig treten außerdem auf:

  • Juckreiz unterschiedlicher Intensität
  • Spannungsgefühl der Haut
  • Schuppung
  • Rötung
  • Brennen
  • Schmerzen im Bereich der Hautrisse
  • erhöhte Hautempfindlichkeit
  • Verschlechterung der Symptome nach Wasserkontakt

Viele Betroffene berichten, dass sich der Juckreiz im Winter, nach heißen Duschen oder bei längerem Aufenthalt in trockener Raumluft verstärkt.

Ursachen der Erkrankung

Die Hauptursache des asteatotischen Ekzems ist ein übermäßiger Feuchtigkeitsverlust der Haut sowie eine Verringerung der natürlichen schützenden Hautlipide.

Äußere Faktoren:

  • kaltes Wetter
  • niedrige Luftfeuchtigkeit
  • häufige Verwendung von heißem Wasser
  • aggressive Reinigungsmittel
  • längerer Aufenthalt in beheizten Räumen
  • übermäßige Hautreinigung

Innere Faktoren:

  • altersbedingte Hautveränderungen
  • genetische Veranlagung zu trockener Haut
  • atopische Dermatitis
  • chronische Erkrankungen mit Einfluss auf die Haut
  • verminderte natürliche Talgproduktion

Besonders häufig tritt die Erkrankung bei älteren Menschen auf, da die Haut mit zunehmendem Alter einen Teil ihrer schützenden Fette verliert und Feuchtigkeit schlechter speichern kann.

Wie sich das asteatotische Ekzem entwickelt

Unter normalen Bedingungen fungiert die Haut als Schutzbarriere. Sie hält Feuchtigkeit zurück und schützt den Körper vor äußeren Reizen.

Beim asteatotischen Ekzem wird diese Barriere weniger wirksam. Die Haut verliert Wasser schneller, als sie es speichern kann. Dadurch entstehen Trockenheit, Schuppung und mikroskopische Hautschäden.

Mit der Zeit bilden sich die typischen Hautrisse. Durch die geschädigte Haut können Reizstoffe leichter eindringen, was Entzündungen und Juckreiz verursacht.

Je stärker die Trockenheit ausgeprägt ist, desto aktiver bleibt der Entzündungsprozess bestehen.

Formen und Varianten

Eine einheitliche allgemein anerkannte Klassifikation des asteatotischen Ekzems existiert nicht. Fachleute unterscheiden jedoch häufig mehrere Schweregrade.

Die leichte Form äußert sich vor allem durch Trockenheit und Schuppung.

Die mittelschwere Form geht mit ausgeprägten Hautrissen und Juckreiz einher.

Die schwere Form kann zu tiefen schmerzhaften Hautrissen, Entzündungen und sekundären Infektionen der geschädigten Haut führen.

Womit kann ein asteatotisches Ekzem verwechselt werden?

Das asteatotische Ekzem gehört zu den Hauterkrankungen, die häufig mit anderen Hautproblemen verwechselt werden. Ähnliche äußere Erscheinungsbilder können die Selbstbeurteilung erschweren.

Asteatotisches Ekzem oder Psoriasis?

Psoriasis zeigt sich meist durch feste Plaques mit silbrig-weißen Schuppen. Die Herde sind schärfer begrenzt und treten häufig an Ellbogen, Knien und der Kopfhaut auf.

Beim asteatotischen Ekzem steht dagegen die ausgeprägte Trockenheit mit dem charakteristischen Rissmuster im Vordergrund.

Asteatotisches Ekzem oder Hautpilz?

Pilzinfektionen verursachen häufig Schuppung und Juckreiz. Typisch sind jedoch ringförmige Herde mit stärkerer Schuppung am Rand und einer Ausbreitung von der Mitte nach außen.

Für das asteatotische Ekzem sind zahlreiche oberflächliche Hautrisse auf trockener Haut ohne typisches Pilzmuster charakteristisch.

Asteatotisches Ekzem oder Flechte?

Einige Flechtenarten können ebenfalls mit Rötung und Schuppung einhergehen. Das Muster der „rissigen Erde“ gilt jedoch als besonders typisch für das asteatotische Ekzem.

Asteatotisches Ekzem oder Krätze?

Bei Krätze verstärkt sich der Juckreiz typischerweise nachts deutlich. Außerdem treten häufig typische Milbengänge auf, insbesondere in den Fingerzwischenräumen.

Beim asteatotischen Ekzem ist eine Lokalisation an den Unterschenkeln sowie der Zusammenhang mit starker Hauttrockenheit charakteristisch.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Eine ärztliche Untersuchung wird empfohlen, wenn:

  • der Juckreiz mehrere Wochen anhält
  • die Hautrisse schmerzhaft werden
  • Entzündungszeichen auftreten
  • die Haut zu nässen beginnt
  • blutende Stellen entstehen
  • die Beschwerden Schlaf oder Alltag beeinträchtigen
  • eine eigenständige Hautpflege nicht hilft

Besonders ältere Menschen sollten sich untersuchen lassen, da ausgeprägte Hauttrockenheit nicht nur altersbedingt sein kann, sondern auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen kann.

Behandlung

Die Behandlung des asteatotischen Ekzems zielt darauf ab, die Hautbarriere wiederherzustellen, Entzündungen zu reduzieren und Faktoren zu beseitigen, die die Trockenheit verstärken.

Die Grundlage der Therapie ist eine regelmäßige Hautpflege. Hierfür werden feuchtigkeitsspendende und rückfettende Produkte eingesetzt, die helfen, Wasser in der Haut zu speichern und die Schuppung zu reduzieren.

Zusätzlich wird empfohlen:

  • heiße Bäder zu vermeiden
  • milde Reinigungsprodukte zu verwenden
  • für ausreichende Luftfeuchtigkeit zu sorgen
  • die Haut vor Austrocknung zu schützen

Bei ausgeprägten Entzündungen kann der Arzt eine lokale Behandlung in Form von Cremes oder Salben verordnen.

Wenn die Beschwerden lange anhalten oder schwer verlaufen, können weitere Untersuchungen und ein umfassenderer Therapieansatz erforderlich sein.

Wichtig ist, dass der konkrete Behandlungsplan immer individuell festgelegt wird.

Fragen und Antworten

Kann man ein asteatotisches Ekzem heilen?

In vielen Fällen lassen sich die Symptome vollständig kontrollieren. Bleiben die Faktoren bestehen, die die Haut austrocknen, kann die Erkrankung jedoch wiederkehren.

Ist ein asteatotisches Ekzem gefährlich?

In der Regel stellt die Erkrankung keine ernsthafte Gesundheitsgefahr dar. Die Hauptprobleme sind starker Juckreiz, Beschwerden und das Risiko tiefer Hautrisse.

Warum verschlimmert sich das Ekzem im Winter?

Im Winter sinkt die Luftfeuchtigkeit, und Heizungen trocknen die Haut zusätzlich aus. Dadurch wird die Hautbarriere geschwächt und die Symptome verstärken sich.

Ist das asteatotische Ekzem ansteckend?

Nein. Es handelt sich um eine nicht ansteckende Erkrankung, die nicht auf andere Menschen übertragen wird.

Warum wird es „Winterekzem“ genannt?

Bei vielen Menschen treten die Beschwerden erstmals in der kalten Jahreszeit auf oder verschlimmern sich durch trockene Luft und niedrige Temperaturen deutlich.

Kann normale trockene Haut zu einem Ekzem werden?

Ja. Wenn die Haut über längere Zeit sehr trocken und geschädigt bleibt, kann sich eine entzündliche Reaktion entwickeln und ein asteatotisches Ekzem entstehen.

Warum sind besonders häufig die Unterschenkel betroffen?

An den Unterschenkeln gibt es weniger Talgdrüsen. Dadurch verliert die Haut dort schneller Feuchtigkeit und trocknet leichter aus.

Bleiben nach der Heilung Spuren zurück?

In den meisten Fällen regeneriert sich die Haut vollständig. Nach schweren Entzündungen können jedoch vorübergehend Bereiche mit veränderter Hautfarbe bestehen bleiben.

Quellen und medizinische Literatur

  • American Academy of Dermatology (AAD)
  • National Eczema Association (NEA)
  • European Academy of Dermatology and Venereology (EADV)
  • Fitzpatrick’s Dermatology, 10. Auflage
  • Rook’s Textbook of Dermatology, 10. Auflage
  • Bolognia JL, Schaffer JV, Cerroni L. Dermatology, 5. Auflage
  • UpToDate: Asteatotic Eczema
  • British Association of Dermatologists (BAD)
  • Andrews’ Diseases of the Skin: Clinical Dermatology
  • Wolff K, Johnson RA, Saavedra AP. Fitzpatrick’s Color Atlas and Synopsis of Clinical Dermatology

Fotos von astheatootischem Ekzem: