Erysipel ist eine akute bakterielle Entzündung der Haut und der oberflächlichen Lymphgefäße. Die Erkrankung entwickelt sich meist schnell und zeigt sich durch eine starke Hautrötung, Schwellung, Schmerzen und Fieber. Am häufigsten sind die Beine betroffen, während das Gesicht und andere Körperbereiche seltener involviert sind.
Die Hauptursache des Erysipels sind Bakterien, am häufigsten Streptokokken. Sie gelangen durch kleine Risse, Abschürfungen, Fußpilz oder andere Schäden der Hautbarriere in die Haut. Die Erkrankung gehört nicht zu den häufigsten Hautinfektionen, tritt jedoch relativ oft auf, insbesondere bei Erwachsenen und älteren Menschen.
Erysipel erfordert eine rechtzeitige Behandlung, da sich die Entzündung ohne Therapie ausbreiten und zu Komplikationen führen kann. In den meisten Fällen spricht die Erkrankung jedoch gut auf eine antibiotische Behandlung an.
Was tun bei Verdacht auf Erysipel
Wenn plötzlich eine stark gerötete und schmerzhafte Hautstelle auftritt und von Fieber, Schwäche oder Schüttelfrost begleitet wird, ist es wichtig, möglichst schnell ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diagnose und Behandlung erfolgen in der Regel durch einen Dermatologen, Hausarzt oder Infektiologen.
Vor dem Arztbesuch wird empfohlen:
- die betroffene Stelle zu entlasten;
- keine aggressiven Salben oder Kompressen eigenständig anzuwenden;
- die entzündete Stelle nicht zu erwärmen;
- Körpertemperatur und Allgemeinzustand zu überwachen.
Bei starken Schmerzen, rascher Ausbreitung der Rötung, hohem Fieber oder Verschlechterung des Allgemeinzustands ist eine dringende medizinische Versorgung besonders wichtig.
Die Symptome sollten nicht ignoriert oder ausschließlich mit Hausmitteln behandelt werden. Ohne geeignete Therapie kann sich die Infektion tiefer ausbreiten und Komplikationen verursachen.
Wie Erysipel aussieht
Erysipel beginnt meist mit einem leuchtend roten Hautbereich mit klar abgegrenzten Rändern. Die entzündete Stelle wirkt geschwollen, fühlt sich warm an und ist schmerzhaft.
Die häufigsten Lokalisationen sind:
- Unterschenkel;
- Füße;
- Gesicht;
- Arme.
Die Rötung kann sich schnell vergrößern. In einigen Fällen entstehen flüssigkeitsgefüllte Blasen oder kleine Hautblutungen.
Die Haut im entzündeten Bereich wird oft fest und gespannt. Manche Betroffene leiden zusätzlich unter starker Schwäche, Schüttelfrost und hohem Fieber.
Weiter unten im Artikel können Sie echte Fotos sehen, um besser zu verstehen, wie die Erkrankung aussieht.
Hauptsymptome
Erysipel ist durch einen plötzlichen Beginn gekennzeichnet. Die Symptome entwickeln sich meist rasch — innerhalb weniger Stunden oder Tage.
Zu den Hauptsymptomen gehören:
- starke Hautrötung;
- Schwellung;
- Schmerzen;
- Wärmegefühl im betroffenen Bereich;
- Fieber;
- Schwäche;
- Schüttelfrost;
- Kopfschmerzen.
Benachbarte Lymphknoten können manchmal anschwellen. In schweren Fällen können Blasen oder Hautblutungen auftreten.
Ursachen der Erkrankung
Die Hauptursache des Erysipels ist eine bakterielle Infektion. Am häufigsten wird die Erkrankung durch β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A verursacht.
Die Bakterien gelangen durch Hautverletzungen in den Körper, selbst wenn diese sehr klein und kaum sichtbar sind.
Faktoren, die das Risiko erhöhen, sind:
- trockene und rissige Haut;
- Fußpilz;
- chronische Schwellungen der Beine;
- Krampfadern;
- Diabetes mellitus;
- Übergewicht;
- geschwächtes Immunsystem;
- chronische Hauterkrankungen.
Wiederkehrende Episoden treten häufiger bei Menschen mit gestörtem Lymphabfluss oder chronischen Schwellungen auf.
Wie sich die Erkrankung entwickelt
Nachdem die Bakterien in die Haut eingedrungen sind, entwickelt sich eine Entzündungsreaktion. Der Körper versucht, die Infektion zu bekämpfen, wodurch sich die Blutgefäße erweitern und Rötung sowie Schwellung entstehen.
Streptokokken können sich über die oberflächlichen Lymphgefäße der Haut ausbreiten. Deshalb kann sich die Entzündung manchmal rasch vergrößern.
Bei schweren Entzündungen wird die normale Funktion der Haut und des Lymphsystems beeinträchtigt. Wenn die Erkrankung wiederholt auftritt, können chronische Schwellungen und Gewebeverdickungen entstehen.
Formen und Typen
Erythematöse Form
Die häufigste Form. Sie zeigt sich durch starke Hautrötung und Schwellung.
Bullöse Form
Auf der entzündeten Haut entstehen mit klarer oder trüber Flüssigkeit gefüllte Blasen.
Hämorrhagische Form
Es treten kleine Hautblutungen auf. Diese Form verläuft meist schwerer.
Rezidivierendes Erysipel
Wiederholte Entzündungsschübe im gleichen Bereich. Am häufigsten sind die Beine betroffen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen
Eine ärztliche Untersuchung ist bei jedem Verdacht auf Erysipel notwendig, insbesondere wenn:
- sich die Rötung schnell ausbreitet;
- die Temperatur ansteigt;
- starke Schmerzen auftreten;
- Blasen entstehen;
- sich der Allgemeinzustand verschlechtert;
- die Entzündung bei Diabetes oder Krampfadern auftritt;
- die Erkrankung wiederkehrt.
Eine rechtzeitige Behandlung hilft, das Risiko von Komplikationen zu verringern und die Heilung zu beschleunigen.
Behandlung
Die wichtigste Behandlung des Erysipels besteht aus antibakteriellen Medikamenten, die von einem Arzt verschrieben werden. In den meisten Fällen stoppt die Therapie die Ausbreitung der Infektion schnell.
Zusätzliche Empfehlungen können umfassen:
- Schonung der betroffenen Stelle;
- Hautpflege;
- Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen;
- Verringerung der Schwellung;
- Behandlung chronischer Durchblutungs- und Lymphabflussstörungen.
In schweren Fällen oder bei Komplikationen kann eine stationäre Behandlung erforderlich sein.
Nach der Genesung ist es wichtig, auf Hautpflege und die Vorbeugung wiederholter Hautschäden zu achten. Dies ist besonders wichtig bei Menschen mit chronischen Schwellungen, Fußpilz oder Krampfadererkrankungen.
Fragen und Antworten
Ist Erysipel ansteckend?
Erysipel ist mit einer bakteriellen Infektion verbunden, gilt jedoch im Alltag normalerweise nicht als hoch ansteckend. Das Übertragungsrisiko ist deutlich geringer als bei vielen anderen Hautinfektionen.
Ist Erysipel gefährlich?
Ja, ohne Behandlung kann die Erkrankung zu Komplikationen führen, darunter die Ausbreitung der Infektion, Abszesse und chronische Lymphabflussstörungen. Deshalb ist es wichtig, bei Verdacht auf Erysipel einen Arzt aufzusuchen.
Kann Erysipel vollständig geheilt werden?
In den meisten Fällen — ja. Manche Menschen können jedoch wiederkehrende Episoden entwickeln, insbesondere wenn auslösende Faktoren bestehen bleiben.
Worin unterscheidet sich Erysipel von Zellulitis?
Erysipel hat meist klarer abgegrenzte Entzündungsränder und betrifft die oberflächlichen Hautschichten sowie die Lymphgefäße.
Kann Erysipel wieder auftreten?
Ja. Rückfälle sind relativ häufig, insbesondere bei Menschen mit chronischen Schwellungen und gestörtem Lymphabfluss.
Können wärmende Salben auf die Entzündung aufgetragen werden?
Nein. Wärme kann den Verlauf der Infektion verschlimmern.
Warum tritt Erysipel häufiger an den Beinen auf?
Die Beine sind anfälliger für Schwellungen, kleine Verletzungen, Pilzinfektionen und Durchblutungsstörungen, wodurch das Eindringen der Infektion erleichtert wird.
Hinterlässt Erysipel Spuren?
Nach der Heilung regeneriert sich die Haut meist gut, jedoch können bei schweren oder wiederkehrenden Fällen Schwellungen und Hautveränderungen bestehen bleiben.
Medizinische Literatur und autoritative Quellen
- Infectious Diseases Society of America (IDSA)
- American Academy of Dermatology (AAD)
- Fitzpatrick’s Dermatology, 9th Edition
- Andrews’ Diseases of the Skin: Clinical Dermatology
- World Health Organization (WHO)
- European Academy of Dermatology and Venereology (EADV)
- National Health Service (NHS)