Eine Apotheke in Frankreich testet Skinive MD zur KI-gestützten Analyse von Muttermalen und Hautveränderungen. Digitale Dermatoskopie soll helfen, auffällige Hautstellen zu erkennen und Patienten bei Bedarf an einen Arzt oder Hautarzt zu verweisen.


Die Pharmacie Notre-Dame in Roquefort-les-Pins im französischen Département Alpes-Maritimes testet als erste öffentliche Apotheke in Frankreich die professionelle Hautanalyse-App Skinive MD zur KI-gestützten Erkennung und Beurteilung von Hautveränderungen.

In Kombination mit einem digitalen Dermatoskop können Apotheker detaillierte Bilder von Muttermalen, Pigmentflecken und anderen sichtbaren Hautveränderungen auffnehmen und mithilfe künstlicher Intelligenz analysieren.

Das Ziel ist ausdrücklich nicht, den Hautarzt zu ersetzen oder in der Apotheke eine Hautkrebs diagnose zu stellen. Vielmehr untersucht das Pilotprojekt, ob Apotheken eine ergänzende Rolle übernehmen können: Hautveränderungen wahrnehmen, Patienten informieren und bei Auffälligkeiten zu einer ärztlichen oder dermatologischen Untersuchung raten.

Geleitet wird das Projekt von den Apothekern Sandra und Éric d’Aura von der Pharmacie Notre-Dame.

KI-Hautanalyse und Muttermal-Check in der Apotheke

Ein Muttermal verändert seine Farbe. Ein neuer Fleck erscheint auf der Haut. Eine Hautstelle heilt über längere Zeit nicht ab. Oder eine vorhandene Hautveränderung sieht plötzlich anders aus als zuvor.

Mit solchen Fragen wenden sich Menschen häufig nicht unmittelbar an einen Hautarzt, sondern zunächst an leicht erreichbare Ansprechpartner im Gesundheitswesen – darunter auch Apotheken.

Genau an diesem Punkt setzt das Pilotprojekt in Roquefort-les-Pins an.

Die Pharmacie Notre-Dame verwendet Skinive MD, eine professionelle Anwendung zur KI-gestützten Hautanalyse, gemeinsam mit einem digitalen FireFly Pro Dermatoskop.

Das Dermatoskop ermöglicht eine detaillierte Aufnahme der betreffenden Hautstelle. Anschließend analysiert Skinive MD das Bild und liefert dem Apotheker zusätzliche digitale Informationen zur sichtbaren Hautveränderung.

Diese Informationen können dabei unterstützen zu erkennen, ob eine Hautstelle weiter ärztlich abgeklärt werden sollte.

Das Prinzip des Projekts lässt sich auf drei Schritte reduzieren:

erkennen → informieren → weiterverweisen.

Die medizinische Untersuchung und Diagnose bleiben Aufgabe von Ärzten und Dermatologen.

Wie funktioniert die KI-Analyse von Muttermalen mit Skinive MD?

Der Ablauf wurde so gestaltet, dass er sich in den normalen Arbeitsalltag einer öffentlichen Apotheke integrieren lässt.

Kommt ein Patient mit Fragen zu einem Muttermal, Pigmentfleck oder einer anderen Hautveränderung, kann der Apotheker zunächst ein Bild mit dem digitalen Dermatoskop aufnehmen.

Skinive MD analysiert dieses Bild anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz.

Die zugrunde liegenden Algorithmen wurden darauf trainiert, visuelle Muster und Merkmale verschiedener Arten von Hautläsionen und dermatologischen Erkrankungen zu erkennen.

Die Analyse liefert dem Apotheker zusätzliche Informationen, die bei der Einschätzung helfen können, ob dem Patienten eine weitere medizinische Abklärung empfohlen werden sollte.

Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz:

Skinive MD ersetzt weder Arzt noch Hautarzt, und der Apotheker stellt keine Hautkrebsdiagnose.

Bei verdächtigen Hautveränderungen ist eine fachärztliche Abklärung erforderlich. Dermatologen können Hautveränderungen unter anderem mithilfe eines Dermatoskops beziehungsweise Auflichtmikroskops genauer untersuchen. Besteht ein entsprechender Verdacht, kann eine Gewebeuntersuchung zur endgültigen diagnostischen Abklärung notwendig sein.  

Die KI dient im Rahmen dieses Projekts daher als zusätzliches Werkzeug zur Erkennung und Weiterleitung, nicht als Ersatz für die medizinische Diagnostik.

Digitale Dermatoskopie trifft künstliche Intelligenz

Ein besonders interessanter Aspekt des französischen Pilotprojekts ist die verwendete Hardware.

Die Pharmacie Notre-Dame verfügte bereits vor Beginn des Projekts über ein FireFly Pro Digitaldermatoskop.

Für den Pilotbetrieb musste deshalb kein speziell für Skinive entwickeltes Bildgebungssystem angeschafft werden.

Damit untersucht das Projekt gleichzeitig eine praktische Frage:

Können Apotheken, die bereits über geeignete digitale Dermatoskopie-Technik verfügen, eine KI-gestützte Hautanalyse in ihren bestehenden Workflow integrieren, ohne zusätzliche spezialisierte Aufnahmegeräte anschaffen zu müssen?

Die Erfahrungen aus Roquefort-les-Pins sollen dazu praktische Erkenntnisse unter realen Bedingungen liefern.

Pilotprojekt mit rund 300 Teilnehmern geplant

Etwa 50 Personen haben bereits an ersten Tests in der Pharmacie Notre-Dame teilgenommen.

Das erweiterte Pilotprojekt soll insgesamt ungefähr 300 Teilnehmer umfassen.

Untersucht wird dabei nicht ausschließlich die technische Funktion der KI.

Ebenso wichtig ist die praktische Integration in den Apothekenalltag: Wie reagieren Patienten auf das Angebot? Wie lässt sich die digitale Hautanalyse in bestehende Arbeitsabläufe integrieren? Und kann die Technologie dabei helfen, Situationen zu erkennen, in denen eine Weiterleitung an einen Arzt oder Hautarzt sinnvoll ist?

Während des Pilotprojekts wird die Untersuchung den teilnehmenden Patienten kostenlos und ohne Termin angeboten.

Von der Apotheke zum Hautarzt: KI als zusätzliche Unterstützung

Eine zentrale Idee des Projekts besteht darin, künstliche Intelligenz nicht als Ersatz für medizinisches Fachpersonal einzusetzen, sondern als zusätzliches Werkzeug.

KI-Systeme können visuelle Muster in Hautbildern schnell und reproduzierbar analysieren.

In einer Apotheke können solche Informationen eine zusätzliche Orientierung bieten, wenn sich ein Patient wegen eines auffälligen Muttermals oder einer anderen Hautveränderung an das pharmazeutische Personal wendet.

Der Aufgabenbereich bleibt dabei klar:

zuhören, erkennen, informieren und weiterverweisen.

Die medizinische Beurteilung und Diagnose bleiben bei Ärzten und Dermatologen.

Für deutsche Leser ist diese Abgrenzung besonders relevant. Das reguläre Hautkrebs-Screening in Deutschland ist eine ärztliche Früherkennungsuntersuchung. Gesetzlich Krankenversicherte haben derzeit ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch darauf. Dabei wird die gesamte Haut standardisiert untersucht; auffällige Befunde werden zur weiteren dermatologischen Abklärung überwiesen.  

Digitale Hautanalyse und KI können deshalb als ergänzende Möglichkeiten zur Beobachtung und Sensibilisierung zwischen medizinischen Untersuchungen verstanden werden, nicht als Ersatz für das gesetzliche Hautkrebs-Screening.

„Öffentliche Apotheken gehören zu den am leichtesten erreichbaren Anlaufstellen im Gesundheitswesen. Dieses Pilotprojekt gibt uns die Möglichkeit zu verstehen, wie eine KI-gestützte Erkennung von Hautveränderungen unter realen Apothekenbedingungen funktionieren kann – nicht als Ersatz für Ärzte oder Dermatologen, sondern als zusätzliches Werkzeug, das Aufmerksamkeit schaffen und eine angemessene Weiterleitung unterstützen kann. Frankreich ist für dieses Modell ein besonders interessanter Markt, und wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Sandra und Éric seine praktische Anwendung zu untersuchen.“

— Kirill Sokol, CEO von Skinive

Apotheker als erste Anlaufstelle bei auffälligen Hautveränderungen

Für Sandra und Éric d’Aura entspricht das Projekt Situationen, die ihnen aus dem normalen Apothekenalltag vertraut sind.

„Als Apotheker in einem Ort mit rund 7.000 Einwohnern gehören wir häufig zu den ersten Ansprechpartnern, an die sich Menschen wenden, wenn sie sich wegen eines Muttermals oder einer Hautveränderung Sorgen machen.
Unsere Aufgabe ist es nicht, eine Diagnose zu stellen – dafür sind Ärzte und Dermatologen zuständig. Unsere Aufgabe besteht darin, zuzuhören, eine möglicherweise auffällige Situation wahrzunehmen, Orientierung zu geben und den Patienten vor allem zur medizinischen Abklärung weiterzuleiten.
Skinive MD bietet uns zusammen mit der digitalen Dermatoskopie ein zusätzliches Werkzeug für unseren beruflichen Alltag.
Uns ist außerdem wichtig, dass dieses Angebot während des Pilotprojekts kostenlos und ohne Termin zugänglich bleibt. Kein Patient sollte mit seinen Sorgen alleinbleiben, nur weil der Zugang zu medizinischer Versorgung Zeit in Anspruch nehmen kann.
Wenn Skinive MD dazu beiträgt, einen solchen Patienten wieder in den richtigen medizinischen Versorgungspfad zu führen, haben wir unser Ziel erreicht.“

— Sandra und Éric d’Aura, PharmD, Pharmacie Notre-Dame

Diese Haltung beschreibt zugleich das übergeordnete Ziel des Projekts: herauszufinden, ob leicht zugängliche digitale Technologien in Apotheken Menschen dabei unterstützen können, Veränderungen ihrer Haut ernst zu nehmen und bei Bedarf ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Hautkrebs-Früherkennung und Selbstbeobachtung in Deutschland

Gerade für Deutschland ist dieser Ansatz interessant, weil die regelmäßige Beobachtung der eigenen Haut die ärztliche Früherkennung sinnvoll ergänzen kann.

Das deutsche Gesundheitsportal gesund.bund.de empfiehlt ausdrücklich, die eigene Haut regelmäßig zu betrachten und verdächtige Veränderungen dermatologisch abklären zu lassen. Zur Orientierung bei pigmentierten Hautveränderungen wird unter anderem die ABCDE-Regel verwendet.  

Dabei stehen die Buchstaben beispielsweise für Asymmetrie, unregelmäßige Begrenzung und unterschiedliche Farbtöne eines Pigmentmals.

Wichtig ist jedoch: Eine Selbstkontrolle oder digitale Analyse kann nicht feststellen, ob tatsächlich Hautkrebs vorliegt.

In Deutschland umfasst der Begriff Hautkrebs zudem verschiedene Erkrankungen. Dazu gehören der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) sowie Formen des weißen beziehungsweise hellen Hautkrebses, insbesondere Basalzell- und Plattenepithelkarzinome.  

Genau deshalb können fotografische Dokumentation und KI-basierte Werkzeuge vor allem dort interessant sein, wo es darum geht, Veränderungen über einen längeren Zeitraum besser wahrzunehmen und bei Auffälligkeiten eine professionelle Untersuchung zu veranlassen.

Nice-Matin, BFMTV und France 2 berichten über das Skinive-MD-Projekt

Das Pilotprojekt hat bereits vor Abschluss der erweiterten Testphase erhebliche Aufmerksamkeit in französischen Medien erhalten.

Die Regionalzeitung Nice-Matin berichtete über die Pharmacie Notre-Dame und bezeichnete die Initiative als eine Premiere in Frankreich. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie künstliche Intelligenz und digitale Dermatoskopie innerhalb einer öffentlichen Apotheke eingesetzt werden können.

⁠Lesen Sie den Originalartikel von Nice-Matin (auf Französisch): Pharmacie des Alpes-Maritimes vous aide à établir un prédiagnostic des grains de beauté et des lésions cutanées en utilisant l’application Skinive MD

Auch BFM Côte d’Azur berichtete über das kostenlose Angebot in Roquefort-les-Pins und die Rolle von KI bei der Beurteilung von Hautveränderungen.

Darüber hinaus wurde das Projekt inzwischen im französischen nationalen Fernsehen aufgegriffen: Télématin auf France 2 berichtete ebenfalls über den Einsatz von Skinive MD in der Pharmacie Notre-Dame.

Video auf BFMTV ansehen: https://www.bfmtv.com/cote-d-azur/replay-emissions/bonsoir-cote-d-azur/video-a-roquefort-une-pharmacie-propose-gratuitement-un-depistage-dermatologique_VN-202608250629.html

Die zunehmende Medienresonanz zeigt das öffentliche Interesse an der Frage, wie künstliche Intelligenz, digitale Dermatoskopie und wohnortnahe Gesundheitsversorgung künftig zusammenspielen können.

ApoRisk berichtet in Deutschland über Skinive und digitale Hautbeobachtung

Auch in Deutschland ist das Thema inzwischen angekommen.

Das deutsche Apotheken- und Gesundheitsmedium ApoRisk hat Skinive in seiner Berichterstattung über Hautkrebsprävention und digitale Hautbeobachtung aufgegriffen.

Besonders hervorgehoben wurde dabei die fotografische Dokumentation von Muttermalen und anderen Hautveränderungen. Eine chronologisch geordnete Bilddokumentation kann dabei helfen, Veränderungen von Form, Farbe oder Größe über mehrere Monate besser wahrzunehmen als aus der Erinnerung allein.

ApoRisk ordnet solche digitalen Möglichkeiten ausdrücklich als Ergänzung ein: Die bekannte ABCDE-Regel kann bei der Selbstbeobachtung Orientierung bieten, während das ärztliche Hautkrebs-Screening die medizinische Ebene für die professionelle Beurteilung von Verdachtsbefunden bleibt. 

ApoRisk – Apotheken-Themen: Hautkrebsprävention und digitale Hautbeobachtung

Gerade diese Verbindung ist auch für das französische Apothekenprojekt relevant: digitale Technologien können Veränderungen sichtbarer machen und Aufmerksamkeit schaffen – die medizinische Abklärung auffälliger Befunde gehört jedoch weiterhin in ärztliche Hände.

Kann KI künftig eine größere Rolle bei der Hautkrebsvorsorge spielen?

Das Pilotprojekt in der Pharmacie Notre-Dame soll Skinive und den beteiligten Apothekern praktische Erkenntnisse darüber liefern, wie KI-Hautanalyse und digitale Dermatoskopie in reale Arbeitsabläufe integriert werden können.

Sollte sich das Modell bewähren, könnten die Erfahrungen künftig in Diskussionen darüber einfließen, welche ergänzende Rolle Apotheken bei der Hautgesundheit, der Wahrnehmung auffälliger Muttermale und der Weiterleitung zu Ärzten und Dermatologen spielen können.

Auch in Deutschland wird grundsätzlich darüber diskutiert, welche Rolle neue Technologien künftig bei der Hautkrebs-Früherkennung einnehmen könnten. Ein Bericht der FinanzKommission Gesundheit vom März 2026 nennt beispielsweise KI-basierte Ganzkörperscanner und andere neue technische Untersuchungsverfahren als mögliche Gegenstände zukünftiger evidenzbasierter Bewertung.  

Das bedeutet jedoch nicht, dass solche Technologien das bestehende Screening ersetzen. Vielmehr unterstreicht es, dass KI in der Dermatologie zunehmend auch auf gesundheitspolitischer Ebene diskutiert wird.

Für Skinive bietet das französische Projekt die Möglichkeit, die professionelle Technologie in einem weiteren realen Versorgungsumfeld zu untersuchen und zusätzliche Erfahrungen zur praktischen Anwendung der KI-gestützten Hautanalyse zu sammeln.

Der vollständige Pilot soll ungefähr 300 Teilnehmer umfassen. Strukturierte Ergebnisse werden im weiteren Projektverlauf erwartet.

Über Skinive

Skinive entwickelt KI-basierte Technologien für Hautanalyse und Hautbeobachtung.

Zum Portfolio gehören die Skinive App für Verbraucher, die professionelle Anwendung Skinive MD sowie die Skinive Dermatologische Hautanalyse API und SDK über die sich die Hautanalyse-Technologie in externe Gesundheits-, Telemedizin- und Digital-Health-Plattformen integrieren lässt.

Die Technologie basiert auf einem proprietären dermatologischen Datensatz mit mehr als sechs Millionen Hautbildern (Q3 2026) und wird international sowohl im Consumer- als auch im professionellen Gesundheitsbereich eingesetzt.

Skinive ermöglicht unter anderem die digitale Analyse und fotografische Dokumentation sichtbarer Hautveränderungen sowie deren Beobachtung im Zeitverlauf.

Wichtiger Hinweis: Skinive MD unterstützt die Analyse und Erkennung von Hautveränderungen, ersetzt jedoch weder eine ärztliche Untersuchung noch die Diagnose durch einen Arzt oder Dermatologen. Neue, sich verändernde oder anderweitig auffällige Hautstellen sollten medizinisch abgeklärt werden.