Krätze ist eine ansteckende parasitäre Hauterkrankung, die durch die mikroskopisch kleine Milbe Sarcoptes scabiei verursacht wird. Die Hauptsymptome sind intensiver Juckreiz, besonders nachts, sowie das Auftreten kleiner Hautausschläge oder Kratzspuren auf der Haut. Die Erkrankung ist sehr häufig und kann Menschen jeden Alters betreffen.

Krätze wird durch engen Kontakt mit einer infizierten Person übertragen und seltener durch gemeinsam genutzte Gegenstände, Kleidung oder Bettwäsche. Trotz der unangenehmen Symptome spricht die Erkrankung bei rechtzeitiger medizinischer Behandlung in der Regel gut auf eine Therapie an.

Die Symptome können sich schrittweise entwickeln. Manche Menschen haben nur minimale Beschwerden, während andere unter starkem Juckreiz und ausgeprägten Hautentzündungen leiden. Ohne Behandlung verschwindet Krätze normalerweise nicht von selbst.

Was tun bei Verdacht auf Krätze

Wenn starker Juckreiz auftritt, insbesondere wenn er sich abends und nachts verschlimmert, ist es wichtig, einen Dermatologen aufzusuchen. Der Spezialist beurteilt den Zustand der Haut, überprüft die Symptome und bestätigt bei Bedarf die Diagnose durch eine Untersuchung oder zusätzliche Tests.

Wenn Juckreiz und Hautausschläge bei mehreren Familienmitgliedern oder zusammenlebenden Personen auftreten, steigt die Wahrscheinlichkeit für Krätze. In dieser Situation ist es besonders wichtig, den Arztbesuch nicht hinauszuzögern.

Vor der Untersuchung wird empfohlen:

  • engen körperlichen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden;
  • Handtücher, Kleidung und Bettwäsche nicht gemeinsam zu benutzen;
  • keine aggressiven Salben oder Hausmittel eigenständig anzuwenden.

Selbstbehandlung kann die Symptome vorübergehend lindern, beseitigt jedoch nicht die Ursache der Erkrankung. Darüber hinaus kann eine falsche Behandlung die Diagnose erschweren.

Wie Krätze aussieht

Das Erscheinungsbild von Krätze kann variieren. Am häufigsten treten kleine rötliche Flecken, Bläschen, Knötchen, Kratzspuren und trockene Krusten auf der Haut auf. Manchmal sind dünne, gewundene graue Linien sichtbar — die sogenannten Milbengänge, die von der Milbe in der oberen Hautschicht angelegt werden.

Die typischerweise betroffenen Bereiche sind:

  • Fingerzwischenräume;
  • Handgelenke;
  • Ellenbogen;
  • Bauch;
  • Taillenbereich;
  • Gesäß;
  • Genitalien;
  • bei Kindern — auch Gesicht, Handflächen und Fußsohlen.

Durch ständiges Kratzen kann die Haut entzündet, verkrustet oder rissig werden. Bei manchen Menschen ähnelt Krätze Allergien, Ekzemen oder anderen Hauterkrankungen, was die Ursache der Symptome ohne medizinische Untersuchung schwer erkennbar macht.

Weiter unten im Artikel können Sie echte Fotos sehen, um besser zu verstehen, wie die Erkrankung aussieht.

Hauptsymptome

Das Hauptsymptom der Krätze ist intensiver Juckreiz. Dieser verschlimmert sich meist abends und nachts, wenn die betroffene Person warm ist und weniger von äußeren Reizen abgelenkt wird.

Weitere mögliche Symptome sind:

  • kleiner Hautausschlag;
  • Kratzspuren;
  • Brennen oder Kribbeln der Haut;
  • Trockenheit und Reizung;
  • Bildung von Krusten;
  • Schlafstörungen durch den ständigen Juckreiz.

Bei Kindern sind die Symptome oft stärker ausgeprägt. Bei älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem können die Symptome von der klassischen Form abweichen.

Ursachen der Erkrankung

Krätze wird durch einen Befall mit der Krätzmilbe verursacht. Der Parasit dringt in die obere Hautschicht ein, legt dort Eier ab und löst eine Entzündungsreaktion des Körpers aus.

Der wichtigste Übertragungsweg ist längerer enger Hautkontakt. Deshalb verbreitet sich Krätze häufig innerhalb von Familien, zwischen Partnern oder an Orten, an denen Menschen eng zusammenleben.

Faktoren, die das Infektionsrisiko erhöhen können, sind:

  • beengte Wohnverhältnisse;
  • enger häuslicher Kontakt;
  • gemeinsame Nutzung persönlicher Gegenstände;
  • geschwächtes Immunsystem;
  • schlechte hygienische Bedingungen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Krätze jeden treffen kann und nicht immer mit mangelnder Hygiene verbunden ist.

Wie sich die Erkrankung entwickelt

Nachdem die Milbe die Haut erreicht hat, treten die Symptome nicht sofort auf. Bei einer erstmalig infizierten Person können Juckreiz und Hautausschläge erst nach mehreren Wochen auftreten. Dies geschieht, weil das Immunsystem allmählich auf die Anwesenheit des Parasiten und seiner Ausscheidungen reagiert.

Die Milbe bewegt sich innerhalb der oberflächlichen Hautschicht und erzeugt mikroskopisch kleine Gänge. Der Körper nimmt dies als Reizung wahr und löst eine Entzündungsreaktion aus. Dadurch entstehen Juckreiz, Rötung und Ausschläge.

Durch ständiges Kratzen wird die Haut geschädigt. Bakterien können durch kleine Risse eindringen und manchmal zusätzliche Entzündungen und Pusteln verursachen.

Formen und Typen

Klassische Krätze

Die häufigste Form. Sie ist durch Juckreiz, typische Ausschläge und sichtbare Milbengänge gekennzeichnet.

Krätze bei Kindern

Bei Kindern kann die Erkrankung aktiver verlaufen und Gesicht, Kopfhaut, Handflächen und Fußsohlen betreffen.

Norwegische Krätze

Eine seltene schwere Form, die häufiger bei Menschen mit starker Immunschwäche auftritt. Auf der Haut entstehen dicke Krusten und eine große Anzahl von Milben.

„Saubere“ Krätze

Manchmal sind die Symptome aufgrund häufigen Waschens oder teilweiser Anwendung von Medikamenten nur minimal ausgeprägt. Dies kann die Diagnose erschweren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen

Sie sollten in folgenden Situationen einen Dermatologen aufsuchen:

  • starker Juckreiz tritt auf, besonders nachts;
  • ein ungeklärter Hautausschlag erscheint;
  • Symptome treten bei mehreren Familienmitgliedern auf;
  • der Juckreiz hält lange an;
  • Pusteln, Risse oder Krusten erscheinen auf der Haut;
  • Symptome treten bei einem Kind, älteren Menschen oder immungeschwächten Personen auf.

Je früher die Behandlung beginnt, desto geringer ist das Risiko einer Ausbreitung der Erkrankung und der Entwicklung von Komplikationen.

Behandlung

Das Hauptziel der Behandlung besteht darin, die Krätzmilben zu beseitigen und eine erneute Infektion zu verhindern. Zu diesem Zweck verschreiben Ärzte spezielle Medikamente zur äußerlichen Anwendung in Form von Cremes, Salben oder Lotionen.

Die Behandlung umfasst normalerweise:

  • Auftragen antiparasitärer Medikamente auf die Haut;
  • Behandlung enger Kontaktpersonen bei Bedarf;
  • Wechseln und Reinigen von Kleidung, Handtüchern und Bettwäsche;
  • Verringerung von Hautreizungen und Entzündungen.

Nach erfolgreicher Behandlung kann der Juckreiz noch некоторое Zeit anhalten. Das bedeutet nicht immer, dass die Milben noch vorhanden sind — Haut und Immunsystem benötigen Zeit zur Erholung.

Bei schweren Entzündungen kann der Arzt zusätzlich Mittel zur Linderung von Juckreiz und Hautreizungen empfehlen. In komplizierten Fällen kann manchmal eine systemische Behandlung erforderlich sein.

Das genaue Behandlungsschema wird individuell ausgewählt. Die Anwendung von Medikamenten ohne bestätigte Diagnose kann unwirksam sein oder Hautreizungen verursachen.

Fragen und Antworten

Kann Krätze vollständig geheilt werden?

Ja, in den meisten Fällen wird Krätze erfolgreich behandelt. Das Wichtigste sind die richtige Therapie und die Einhaltung der Empfehlungen zur Reinigung persönlicher Gegenstände und zur Vorbeugung einer erneuten Infektion.

Ist Krätze gefährlich?

Krätze ist normalerweise nicht lebensbedrohlich, kann aber die Lebensqualität durch ständigen Juckreiz und Schlafstörungen erheblich beeinträchtigen. Kratzen kann manchmal zu bakteriellen Hautinfektionen führen.

Warum hält der Juckreiz nach der Behandlung an?

Nach der Beseitigung der Milben können Haut und Immunsystem noch некоторое Zeit gereizt bleiben. Der Juckreiz kann auch nach erfolgreicher Behandlung mehrere Wochen anhalten.

Ist Krätze ansteckend?

Ja. Die Erkrankung verbreitet sich leicht durch engen Kontakt mit einer infizierten Person.

Kann Krätze durch Kleidung oder Bettwäsche übertragen werden?

Dieser Übertragungsweg ist möglich, obwohl die Infektion häufiger durch längeren Hautkontakt erfolgt.

Verschwindet Krätze von selbst?

Normalerweise nicht. Ohne Behandlung vermehren sich die Milben weiter und die Symptome verschlimmern sich allmählich.

Kann man sich bei Krätze waschen?

Regelmäßige Hygiene ist erlaubt, ersetzt jedoch nicht die Behandlung und beseitigt die Milben nicht.

Kann Krätze wiederkommen?

Ja. Nach der Behandlung kann sich eine Person erneut durch Kontakt mit einer Infektionsquelle anstecken.

Medizinische Literatur und autoritative Quellen

  • International Alliance for the Control of Scabies (IACS)
  • World Health Organization (WHO)
  • American Academy of Dermatology (AAD)
  • Fitzpatrick’s Dermatology, 9th Edition
  • Andrews’ Diseases of the Skin: Clinical Dermatology
  • European guideline for the management of scabies

Fotos von Krätze: