Die atopische Dermatitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch Trockenheit, Reizbarkeit und starken Juckreiz gekennzeichnet ist. Sie beginnt häufig bereits im Kindesalter und kann im Verlauf des Lebens immer wieder in Schüben auftreten.
Die Erkrankung steht im Zusammenhang mit Störungen des Immunsystems und der Hautbarriere. Viele Betroffene oder deren Angehörige leiden zusätzlich an anderen allergischen Erkrankungen wie allergischer Rhinitis, Asthma oder saisonalen Allergien.
Die atopische Dermatitis ist nicht ansteckend. In den meisten Fällen kann sie gut kontrolliert werden, auch wenn sie zu wiederkehrenden Schüben neigt.
Was tun bei Verdacht
Wenn die Haut trocken, juckend oder gereizt ist oder Ausschläge auftreten, sollte eine ärztliche Abklärung nicht verzögert werden.
Der erste Schritt ist die Vorstellung bei einem Dermatologen oder Allergologen. Der Spezialist beurteilt die Haut, klärt die Symptome und kann bei Bedarf zusätzliche Untersuchungen veranlassen.
Zusätzlich:
- mögliche Auslöser identifizieren (Nahrungsmittel, Kosmetika, Stress)
- Kratzen vermeiden, um Entzündungen nicht zu verschlimmern
- milde Hautpflegeprodukte ohne reizende Inhaltsstoffe verwenden
Es ist wichtig, keine Selbstmedikation durchzuführen. Ohne richtige Behandlung können sich die Symptome verschlechtern und die Erkrankung schwerer verlaufen.
Wie die Erkrankung aussieht
Das klinische Erscheinungsbild variiert je nach Alter und Krankheitsstadium.
Typisch sind:
- Rötung mit unscharfen Rändern
- Schuppung und Trockenheit
- trockene, verdickte Haut
- Kratzspuren
Während Schüben können zusätzlich auftreten:
- kleine Bläschen oder nässende Stellen
- Krustenbildung
- Schwellungen
Im Verlauf kann sich die Haut durch wiederholtes Kratzen verdicken und rau werden.
Typische betroffene Bereiche:
- Beugeseiten von Ellenbogen und Knien
- Hals
- Gesicht (insbesondere Augenlider und Stirn)
- Hände und Füße
Bei Säuglingen sind häufig Gesicht und Streckseiten der Extremitäten betroffen.
Hauptsymptome
Das Leitsymptom ist Juckreiz, der oft stark ausgeprägt ist und sich nachts verstärken kann.
Weitere typische Merkmale:
- ausgeprägte Hauttrockenheit
- Rötung und Hautausschläge
- Schuppung
- Hautrisse
Es entsteht häufig ein „Teufelskreis“: Juckreiz → Kratzen → stärkere Entzündung → noch mehr Juckreiz.
Ursachen
Die atopische Dermatitis entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
Hauptursachen:
- genetische Veranlagung
- Dysregulation des Immunsystems
- gestörte Hautbarriere (erhöhter Wasserverlust und erhöhte Empfindlichkeit)
Auslösende Faktoren:
- Allergene (Nahrungsmittel, Hausstaub, Pollen)
- trockene Luft und häufiges Waschen
- Stress und emotionale Belastung
- hormonelle Veränderungen
- Hautinfektionen
- Wolle oder synthetische Kleidung
Wie sich die Erkrankung entwickelt
Bei der atopischen Dermatitis verliert die Haut leichter Feuchtigkeit und wird empfindlicher gegenüber äußeren Reizen.
Das Immunsystem reagiert überempfindlich auf eigentlich harmlose Auslöser und verursacht Entzündungen, Rötung und Juckreiz.
Durch Kratzen wird die Haut zusätzlich geschädigt, was Entzündungen verstärkt und manchmal zu Sekundärinfektionen führt.
Die Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben mit Phasen der Besserung und Verschlechterung.
Formen und Varianten
Die klinische Ausprägung hängt vom Alter ab.
Bei Säuglingen:
- Rötungen und Ausschläge im Gesicht und an den Extremitäten
- Nässen und Krustenbildung
Bei Kindern:
- Befall der Ellenbeugen und Kniekehlen
- trockene Haut und Schuppung
Bei Erwachsenen:
- chronischer Verlauf mit verdickter Haut
- stärkerer Juckreiz
- größere betroffene Areale
Wann zum Arzt
Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn:
- der Juckreiz Schlaf oder Alltag beeinträchtigt
- sich der Ausschlag ausbreitet oder verschlimmert
- Anzeichen einer Infektion auftreten (Pusteln, Krusten, Schmerzen)
- starke Risse oder Entzündungen bestehen
- die Symptome regelmäßig wiederkehren
Eine frühe Behandlung verbessert die Kontrolle der Erkrankung und reduziert Komplikationen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, Entzündungen zu reduzieren, die Hautbarriere zu stärken und Symptome zu kontrollieren.
Hauptmaßnahmen:
- regelmäßige Hautpflege (Feuchtigkeit und Schutz)
- Vermeidung von Auslösern
- topische entzündungshemmende Medikamente
- systemische Therapie in schweren Fällen
Zusätzlich:
- ausreichende Luftfeuchtigkeit in Innenräumen
- milde Reinigungsprodukte
- Vermeidung von Überhitzung und starkem Schwitzen
Die Behandlung wird individuell angepasst und kann je nach Schweregrad variieren.
Fragen und Antworten
Kann atopische Dermatitis geheilt werden?
Die zugrunde liegende Veranlagung kann nicht vollständig beseitigt werden, aber die Symptome lassen sich meist gut kontrollieren.
Brauche ich orale Medikamente?
Manchmal, insbesondere bei schweren Verläufen. Die Entscheidung trifft der Arzt.
Ist die Erkrankung ansteckend?
Nein, die atopische Dermatitis ist nicht ansteckend.
Warum entsteht Juckreiz?
Durch Entzündungen und erhöhte Empfindlichkeit der Haut.
Kann die Krankheit mit dem Alter verschwinden?
Bei vielen Menschen verbessern sich die Symptome im Laufe der Zeit, aber nicht immer.
Darf ich Sport treiben?
Ja, jedoch können Hitze und Schweiß die Symptome verschlimmern.
Ist die Erkrankung gefährlich?
In der Regel nicht, aber sie kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Warum verdickt sich die Haut?
Durch wiederholtes Kratzen und Reibung wird die Haut dicker und rauer.
Medizinische Quellen
- World Health Organization (WHO) — Atopische Dermatitis
- Fitzpatrick’s Dermatology, 9. Auflage
- European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) Leitlinien
- American Academy of Dermatology (AAD) — Atopische Dermatitis
- Clinical Dermatology (Bolognia et al.)
🇩🇪 Atopische Dermatitis: Diagnose und Behandlung in Deutschland
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🇦🇹 Atopische Dermatitis: Diagnose und Behandlung in Österreich
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🇨🇭 Atopische Dermatitis: Diagnose und Behandlung in Schweiz
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