Wenn an den Handflächen, seitlichen Fingerflächen oder Fußsohlen kleine klare Bläschen auftreten, die wie Wassertröpfchen unter der Haut aussehen und stark jucken, brennen oder kribbeln, kann eine mögliche Ursache ein dyshidrotisches Ekzem (Pompholyx) sein.
Diese Bläschen sind meist 1 bis 3 mm groß, treten gruppiert auf und liegen tief in der Haut. Am häufigsten erscheinen sie an den Fingern, Handflächen und seltener an den Füßen. Nach einigen Tagen können die Bläschen eintrocknen, die Haut beginnt sich zu schälen, und häufig entstehen anschließend schmerzhafte Risse.
Das dyshidrotische Ekzem ist nicht ansteckend und wird nicht auf andere Menschen übertragen. Die Erkrankung kann wellenförmig verlaufen: Phasen der Besserung wechseln sich mit Schüben ab. Viele Betroffene berichten über einen Zusammenhang der Beschwerden mit Stress, heißem Wetter, vermehrtem Schwitzen oder Kontakt mit reizenden Stoffen.
Was tun bei Verdacht auf ein dyshidrotisches Ekzem
Bei juckenden Bläschen an Handflächen, Fingern oder Füßen sollte ein Dermatologe aufgesucht werden. Trotz des charakteristischen Erscheinungsbildes kann ein dyshidrotisches Ekzem mit Pilzinfektionen, Krätze, Psoriasis und anderen Hauterkrankungen verwechselt werden.
Bis zur ärztlichen Untersuchung wird empfohlen:
- häufigen Kontakt der Hände mit Wasser zu vermeiden
- aggressive Reinigungsmittel nur eingeschränkt zu verwenden
- die Bläschen nicht selbst zu öffnen
- regelmäßig feuchtigkeitsspendende Hautpflege zu verwenden
- Kratzen der betroffenen Bereiche zu vermeiden
Besonders wichtig ist es, den Arztbesuch nicht aufzuschieben, wenn tiefe Risse, Infektionszeichen, starke Schmerzen auftreten oder die Erkrankung regelmäßig wiederkehrt.
Die eigenständige Anwendung von antimykotischen, antibakteriellen oder hormonhaltigen Präparaten ohne gesicherte Diagnose kann die Behandlung erschweren und den Hautzustand verschlechtern.
Wie das dyshidrotische Ekzem aussieht
Für das dyshidrotische Ekzem sind sehr typische Hautveränderungen charakteristisch.
Typische Anzeichen:
- kleine klare Bläschen
- Gefühl, als befänden sich Flüssigkeitströpfchen unter der Haut
- symmetrischer Befall beider Hände oder beider Füße
- Rötung der Haut um die Läsionen herum
- anschließende Schuppung
- Bildung schmerzhafter Risse
Am häufigsten treten die Ausschläge auf:
- an den seitlichen Fingerflächen
- an den Handflächen
- an den Fingerkuppen
- an den Fußsohlen
In der akuten Phase können die Bläschen zahlreich sein und von starkem Juckreiz begleitet werden. Nach ihrem Verschwinden wird die Haut häufig trocken, rau und beginnt sich zu schälen.
Weiter unten im Artikel können Sie reale Fotos ansehen, um das Erscheinungsbild der Erkrankung besser zu verstehen.
Hauptsymptome
Das Hauptsymptom des dyshidrotischen Ekzems ist Juckreiz. Viele Betroffene beschreiben ihn als eines der unangenehmsten Symptome der Erkrankung.
Typische Merkmale des Juckreizes:
- kann sehr intensiv sein
- verstärkt sich häufig nachts
- wird nach Kontakt mit Wasser stärker
- kann von Brennen oder Kribbeln begleitet sein
- tritt oft bereits vor der Bildung der Bläschen auf
Weitere Symptome:
- klare Bläschen
- trockene Haut
- Schuppung
- schmerzhafte Risse
- Spannungsgefühl der Haut
- Beschwerden beim Arbeiten mit den Händen
Bei starker Entzündung kann die Haut anschwellen und sich röten.
Ursachen der Erkrankung
Die genaue Ursache des dyshidrotischen Ekzems ist nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass die Erkrankung mit einer Kombination aus gestörter Hautbarriere, Besonderheiten des Immunsystems und äußeren Einflüssen zusammenhängt.
Faktoren, die Schübe auslösen können:
- emotionaler Stress
- Angst und chronische Anspannung
- heißes Wetter
- vermehrtes Schwitzen
- häufiger Kontakt mit Wasser
- Haushaltschemikalien
- Metalle, insbesondere Nickel und Kobalt
- atopische Dermatitis
- allergische Reaktionen
Viele Betroffene berichten über eine Verschlechterung im Frühling und Sommer. Deshalb steigt in dieser Zeit auch die Zahl der Suchanfragen zu juckenden Bläschen an Händen und Fingern deutlich an.
Wie sich die Erkrankung entwickelt
Die Haut bildet eine Schutzbarriere zwischen Körper und Umwelt. Beim dyshidrotischen Ekzem funktioniert diese Barriere weniger effektiv.
Unter dem Einfluss innerer und äußerer Faktoren entsteht eine Entzündungsreaktion. In den oberen Hautschichten bilden sich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die äußerlich wie Bläschen aussehen.
Wenn die Entzündung abklingt, verschwinden die Bläschen, die Haut wird jedoch trocken und beginnt sich zu schälen. Bei häufig wiederkehrender Entzündung können chronische Bereiche mit verdickter Haut und schmerzhaften Rissen entstehen.
Womit kann ein dyshidrotisches Ekzem verwechselt werden?
Bläschen an Handflächen und Fingern gehören zu den häufigsten Ursachen diagnostischer Verwechslungen. Viele Erkrankungen können im Frühstadium ähnlich aussehen.
Psoriasis der Handflächen und Fußsohlen
Bei Psoriasis treten häufiger feste rote Plaques mit ausgeprägter Schuppung auf. Bläschen sind deutlich seltener.
Pilzinfektion (Mykose)
Pilzinfektionen an Händen und Füßen können Schuppung, Rötung und Juckreiz verursachen. Zur Sicherung der Diagnose ist jedoch häufig eine Laboruntersuchung erforderlich.
Krätze
Für Krätze sind starker nächtlicher Juckreiz und typische Milbengänge charakteristisch. Die Ausschläge befinden sich meist nicht nur an den Händen, sondern auch an anderen Körperstellen.
Kontaktdermatitis
Sie entsteht nach Kontakt mit einem Reizstoff oder Allergen. Die Symptome können besonders im Frühstadium an ein dyshidrotisches Ekzem erinnern.
Lichen ruber planus
In manchen Fällen kann ein Befall der Handflächen einem Ekzem ähneln. Die Erkrankung hat jedoch andere Ursachen und einen anderen Verlauf.
Deshalb sollte bei Bläschen an den Händen die genaue Diagnose immer durch einen Arzt gestellt werden.
Formen und Varianten
Akutes dyshidrotisches Ekzem
Gekennzeichnet durch plötzliches Auftreten vieler Bläschen und starken Juckreiz.
Chronisches dyshidrotisches Ekzem
Verläuft langfristig mit Phasen der Besserung und wiederkehrenden Schüben.
Dyshidrose der Hände
Überwiegender Befall der Handflächen und Finger.
Dyshidrose der Füße
Die Veränderungen befinden sich überwiegend an Fußsohlen und seitlichen Fußflächen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Eine dermatologische Untersuchung ist notwendig, wenn:
- Bläschen an Handflächen oder Fußsohlen auftreten
- Juckreiz Schlaf oder Arbeit beeinträchtigt
- schmerzhafte Risse entstehen
- die Symptome regelmäßig wiederkehren
- sich die Ausschläge ausbreiten
- Infektionszeichen auftreten
- häusliche Hautpflege nicht hilft
Je früher die Diagnose gestellt wird, desto leichter lässt sich eine wirksame Behandlung auswählen und ein chronischer Verlauf verhindern.
Behandlung
Die Behandlung des dyshidrotischen Ekzems zielt darauf ab, Entzündungen zu reduzieren, die Hautbarriere wiederherzustellen und auslösende Faktoren zu kontrollieren.
Der Arzt kann empfehlen:
- regelmäßige Hautbefeuchtung
- Schutz der Hände vor Wasser und Haushaltschemikalien
- Vermeidung individueller Trigger
- lokale Behandlung mit Cremes und Salben
- Behandlung begleitender allergischer oder anderer Hauterkrankungen
In schweren Fällen können zusätzliche Therapien erforderlich sein.
Eine große Bedeutung hat die tägliche Hautpflege. Auch nach dem Verschwinden der Bläschen sollte die Anwendung feuchtigkeitsspendender Produkte fortgesetzt werden, um die Hautbarriere zu stabilisieren.
Fragen und Antworten
Ist ein dyshidrotisches Ekzem ansteckend?
Nein. Die Erkrankung steht nicht mit einer Infektion in Zusammenhang und wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Warum treten die Bläschen gerade an Fingern und Handflächen auf?
Diese Bereiche sind ständig mechanischen Belastungen, Wasser und reizenden Stoffen ausgesetzt. Dadurch sind sie besonders anfällig für Entzündungen.
Kann man ein dyshidrotisches Ekzem vollständig heilen?
Bei vielen Menschen lässt sich die Erkrankung gut kontrollieren. Bei einem Teil der Betroffenen verläuft sie jedoch chronisch mit wiederkehrenden Schüben.
Warum entstehen kleine wässrige Bläschen an den Fingern?
Eine der häufigsten Ursachen ist das dyshidrotische Ekzem. Ähnliche Symptome können jedoch auch durch Pilzinfektionen, Kontaktdermatitis und andere Hauterkrankungen verursacht werden.
Warum verschlimmert sich das dyshidrotische Ekzem im Sommer?
Hitze, Schwitzen und erhöhte Feuchtigkeit können Entzündungen verstärken und neue Bläschen auslösen.
Kann Stress ein dyshidrotisches Ekzem auslösen?
Ja. Emotionaler Stress gilt als einer der häufigsten Auslöser von Schüben.
Sollte man die Bläschen aufstechen?
Nein. Das selbstständige Öffnen erhöht das Risiko für Hautreizung und Infektion.
Bleiben nach einem dyshidrotischen Ekzem Narben zurück?
In den meisten Fällen entstehen keine Narben. Bei tiefen Rissen und langanhaltender Entzündung können jedoch Hautveränderungen bestehen bleiben.
Medizinische Literatur und autoritative Quellen
- American Academy of Dermatology (AAD)
- National Eczema Association (NEA)
- European Academy of Dermatology and Venereology (EADV)
- Fitzpatrick’s Dermatology, 9. Auflage
- Andrews’ Diseases of the Skin: Clinical Dermatology
- British Association of Dermatologists (BAD)
- UpToDate: Dyshidrotisches Ekzem (Pompholyx)
- National Health Service (NHS) – Leitlinie zu Pompholyx-Ekzem