Hidradenitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, bei der sich schmerzhafte Knoten und Abszesse in Bereichen bilden, in denen Schweiß- und Talgdrüsen konzentriert sind.

Die Hauptsymptome sind feste, schmerzhafte Knoten unter der Haut, Rötung, gelegentlich Sekretion sowie Narbenbildung. Am häufigsten betroffen sind die Achselhöhlen, die Leistenregion, das Gesäß und die Bereiche unter den Brüsten.

Die Erkrankung ist nicht ansteckend und kann nicht durch Kontakt übertragen werden. Sie steht im Zusammenhang mit einer Funktionsstörung der Haarfollikel und des Immunsystems. Mit der richtigen Behandlung lässt sie sich in der Regel gut kontrollieren.

Was zu tun ist, wenn der Verdacht besteht

Wenn Sie schmerzhafte Knoten unter der Haut bemerken, insbesondere in den Achselhöhlen oder der Leiste, sollten Sie einen Dermatologen aufsuchen.

Der erste Schritt ist eine Untersuchung durch einen Spezialisten. Der Arzt beurteilt die Hautveränderungen und grenzt Hidradenitis von Furunkeln, Zysten oder anderen Hauterkrankungen ab. Auch die Häufigkeit der Schübe und mögliche Narbenbildung werden berücksichtigt; in manchen Fällen ist zusätzlich eine chirurgische Abklärung erforderlich.

Wichtig ist, die Knoten nicht selbst zu eröffnen oder aggressive Behandlungen anzuwenden, da dies die Entzündung verschlimmern und Infektionen begünstigen kann.

Je früher die Behandlung beginnt, desto besser lassen sich Komplikationen und Narben vermeiden.

Wie sich die Erkrankung zeigt

Hidradenitis beginnt meist mit kleinen, festen und schmerzhaften Knoten unter der Haut, die mit der Zeit größer werden können. Die darüberliegende Haut wird gerötet und empfindlich.

Im Verlauf können die Knoten aufbrechen und Sekret abgeben. Bei wiederholten Schüben können sich Narben und sogenannte subkutane „Tunnel“ bilden, also Verbindungen zwischen entzündeten Arealen.

Am häufigsten sind Achselhöhlen, Leistenfalten, der Bereich unter den Brüsten und das Gesäß betroffen. Die Ausprägung reicht von einzelnen Läsionen bis zu ausgedehnten Entzündungsarealen.

Hauptsymptome

Typisch sind schmerzhafte Knoten unter der Haut, Rötung und Schwellung sowie ein Druck- oder Pochengefühl im betroffenen Bereich. Wenn die Knoten aufbrechen, kann es zu Sekretion kommen. Bei längerem Verlauf entstehen häufig Narben. Die Erkrankung verläuft meist schubweise mit wechselnden Phasen von Verschlechterung und Besserung.

Ursachen der Erkrankung

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, jedoch spielt eine Störung der Haarfollikel eine zentrale Rolle. Diese verstopfen, was eine Entzündung auslöst.

Beteiligte Faktoren sind unter anderem genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse und Besonderheiten des Immunsystems. Äußere Faktoren wie Hautreibung, starkes Schwitzen, Rauchen und Übergewicht können den Verlauf begünstigen. Eine Infektion tritt meist nur sekundär auf, ist aber nicht die Hauptursache.

Wie sich die Erkrankung entwickelt

Zunächst verstopft ein Haarfollikel, anschließend sammelt sich Material im Inneren an und es entsteht eine Entzündung. Daraus entwickelt sich ein schmerzhafter Knoten.

Mit der Zeit kann dieser aufbrechen und sich mit benachbarten Entzündungsherden verbinden. Dadurch entstehen chronische Entzündungsprozesse und Narbenbildung. Die Haut in den betroffenen Bereichen wird zunehmend empfindlicher und neigt zu Rückfällen.

Formen und Stadien

Die Erkrankung wird nach Schweregrad eingeteilt: leichte Formen mit einzelnen Knoten ohne Narbenbildung, mittelschwere Formen mit wiederkehrenden Entzündungen und beginnender Narbenbildung sowie schwere Verläufe mit mehreren Läsionen und ausgedehnten, teilweise unterirdischen Entzündungsstrukturen.

Wann man einen Arzt aufsuchen sollte

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn schmerzhafte Knoten in Hautfalten auftreten, Entzündungen wiederkehren, sich Narben oder verhärtete Bereiche bilden oder die Veränderungen größer und schmerzhafter werden. Auch Sekretion ist ein Warnzeichen.

Behandlung

Hidradenitis ist eine chronische Erkrankung, die jedoch gut kontrolliert werden kann. Ziel der Behandlung ist es, Entzündungen zu reduzieren, neue Läsionen zu verhindern und den Hautzustand zu verbessern.

Je nach Schweregrad kommen entzündungshemmende Cremes, Antibiotika oder immunmodulierende Medikamente zum Einsatz. In fortgeschrittenen Fällen kann auch eine chirurgische Behandlung notwendig sein. Ergänzend ist es wichtig, Hautreibung zu reduzieren, die Haut schonend zu pflegen und mögliche Auslöser zu vermeiden. Die Therapie erfolgt immer individuell und unter ärztlicher Kontrolle.

Q&A

Ist Hidradenitis ansteckend?

Nein, sie ist nicht ansteckend und wird nicht durch Kontakt übertragen.

Kann Hidradenitis vollständig geheilt werden?

Eine vollständige Heilung ist nicht immer möglich, aber die Erkrankung lässt sich in den meisten Fällen gut kontrollieren.

Wie wird Hidradenitis behandelt?

Je nach Schweregrad mit lokalen Therapien, Medikamenten oder operativen Verfahren. Die genaue Behandlung legt der Arzt fest.

Warum entstehen schmerzhafte Knoten?

Durch eine Entzündung der Haarfollikel und des umliegenden Gewebes.

Darf man die Knoten ausdrücken?

Nein, das kann die Entzündung deutlich verschlimmern.

Bleiben Narben zurück?

Ja, besonders bei längerem oder wiederkehrendem Verlauf.

Hat Hidradenitis mit Hygiene zu tun?

Nein, sie entsteht nicht durch mangelnde Hygiene.

Kann man Sport treiben?

Ja, jedoch sollte Reibung in den betroffenen Bereichen möglichst vermieden werden.

Quellen

  • Klinische Leitlinien zur Hidradenitis
  • American Academy of Dermatology (AAD)
  • European Academy of Dermatology and Venereology (EADV)
  • World Health Organization (WHO)

Bilder von Hidradenitis